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Das Leben der Anderen

Filed under: Filme — Mathias at 12:14 am (CET) on Saturday, February 10, 2007

09lives600a.jpgAuf Englisch “The Lives of Others”, wurde zum Oscar in der Kategorie “bester auslaendischer Film” nominiert. Die Kritiken ueberschlagen sich in den USA gerade so vor Lob. Selbst die ueberaus kritische New York Times schreibt eine uneingeschraenkt positive Beurteilung. In dem dortigen Besucherranking steht der Film auf Platz 1 mit 4.86/5.0 Punkten.

“A terrible sadness lies at the heart of “The Lives of Others” — a reckoning of lives and talents wasted by a state with no good reason to exist apart from the maintenance of its own power. But there are comic, even farcical elements as well: a dictatorship that calls itself a democratic republic is inherently ridiculous as well as malignant.

In 2007 we, of course, know in advance the punch line that history will deliver in the autumn of 1989. But the easy, complacent distance that informs much historical filmmaking is almost entirely absent from this supremely intelligent, unfailingly honest movie.”

Meiner Einschaetzung nach kommt der Film besonders dehalb so gut an, weil er so intelligent und einfuehlsam die Umstaende darstellt, in einem Staat, der zuviel Macht und Kontrolle ueber seine Buerger besitzt. Es wird gezeigt, wie Menschen in diesem totalitaeren System geradezu zu Unmenschlichkeit gezwungen wurden und wie individuelle Freiheiten und “Talente verdorren muessen, wenn ein Staat nur noch um der eigenen Machterhaltung willen existiert”. Wenn absolute Kontrolle und Gleichmacherei eben nicht in “Gerechtigkeit”, sondern in ihrem grotesken Gegenteil enden. So wie er in Deutschland Argumente gegen die linken Utopisten und “war ja alles nicht so schlimm”-Sager liefert, so liefert er in den USA hoffentlich eine Einsicht und Argumente gegen uebertriebene Abhoermassnahmen und andere Einschraenkungen der Freiheit, im Schatten der Terrorgefahr.

Kegeln fuer Vorurteile

Filed under: Filme, Politik, Meinung — Mathias at 10:16 pm (CET) on Sunday, January 14, 2007

Ich habe Michael Moores “Bowling for Columbine” gerne gesehen und halte, als nicht gerade Pro-Bush eingestellt, einige der Kritikpunkte fuer absolut gerechtfertigt. Auch die (in diesem Film noch gemaessigtere) Mischung aus Polemik und Komik ist in meinen Augen unvermeidbar, wenn man politische und soziale Missstaende vor einem breiten Publikum kritisieren moechte. Trotzdem, gerade weil Micheal Moore und seine Filme gerne von europaeischen Snobisten als Beleg fuer vermeintliche Doppelmoral und Kulturlosigkeit der USA verwendet werden, sollte man nicht unter den Teppich kehren, dass einige Aussagen des Film unwahr sind und dass nicht selten mit einer Mischung aus filmischen Tricks und Unterschlagung von unpassenden Fakten, Zustaende suggeriert werden, die zwar in das einfache, homogene und manchmal anti-amerikanische Weltbild einiger Menschen passen, aber nicht der Realitaet entsprechen.

Ich halte es also nur fuer fair — gerade weil ich mit einigen von Moores Kritikpunkten einverstanden bin — auch auf diesen Text zu verweisen, der mit vielen Quellenangaben einige der Widersprueche und Falschaussagen seiner Filme aufdeckt.

Borat

Filed under: Filme — Mathias at 1:53 am (CET) on Tuesday, December 26, 2006

boratmtvmovie01.jpgeine interessante und wie ich finde geniale Analyse des Films, die ich (ueberwiegend) unterschreiben koennte.

“Er stellt bloss, wie gefaehrlich es werden kann, Menschen ihren Antisemitismus, ihren Sexismus, ihre brutale Dummheit als Kultur durchgehen zu lassen. Er zeigt auch, dass in der amerikanischen Gesellschaft noch Zuege des Hinterwaeldlertums ueberleben koennen, dass multikulturelle Trainings auf hohlen PC-Floskeln [political correctness] aufbauen, und nicht auf Aufklaerung. Sie sollen Peinlichkeiten bei Geschaeftsabschluessen und im Alltag vermeiden, nicht aufklaeren. Er behauptet aber nicht, dass dies in irgendeinem Teil der Welt besser sei als in den USA.”

“Wenn nun ueberhebliche Europaeer darin nicht in den eigenen Spiegel blicken, die Jugendlichen im Van nicht ebenso gut als moegliche Hollaender, Daenen oder Deutsche wahrnehmen, macht Cohen vor allem dieses [selbstgerecht] kulturalistische Publikum laecherlich.”

Munich.

Filed under: Filme — Mathias at 6:01 pm (CET) on Wednesday, January 25, 2006

Ein Bild aus dem Film Muenchen.Schon vor zwei Wochen war ich im Kino, um mir diesen Film anzuschauen. Ich war beeindruckt, geschockt und geruehrt.

Wenn man abstumpft, vom sich taeglich wiederholenden Leid in den Nachrichten, wenn der Verstand, die politische Analyse versagt ein Problem zu erfassen, dann ist es immer einen, besonders filmischen Versuch wert, ins menschliche Detail zu zoomen, auf eine Person, wie sie dieses Leid erfaehrt, nicht nur an sich selbst sondern auch an ihrer Familie, ihren Freunden und ihrem Volk. Mit ihnen und ihren Gegnern mitzufuehlen, sie in kleinen Momenten als das sehen zu koennen, was sie immer noch sind, Menschen die suchen, lieben und hassen, ist vielleicht die einzige Moeglichkeit ueberhaupt etwas zu verstehen. Der Film zeigt in erschreckend realistischen Bildern und ohne eine bestimmte Moral aufzwingen zu wollen, wie Menschen abstumpfen und kaputt gehen koennen, unter dem Einfluss von Mord und Hass und wie Terroristen und Antiterroristen, gefangen im Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt, sich auf der menschlichen Ebene sehr aehnlich sein koennen.

Toller Film, ich rate jedem den Besuch. Und, als Randnotiz, Moritz Bleibtreu durfte auch mal kurz mitmachen.

Kritiken die mir gefielen sind die vom Spiegel und der New York Times. Letztere bietet Lesern die Moeglichkeit Kommentare abzugeben. Der Regisseur Steven Spielberg wird dort von einigen beschimpft, als Verraeter am Judentum, als antisemitischer Semit und, von anderen, als propagandistischer Zionist, als arroganter Moslemhasser, der tatsaechlich nur die Weltherrschaft der Juden durchsetzen moechte. Irgendetwas muss er falsch gemacht haben, vielleicht aber auch alles richtig.

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