Wir koennen alles, ausser uns einen halbwegs ertraeglichen Ministerpraesidenten zu waehlen.
Autsch
Zusatz (14. April); In diesem Artikel ist heute folgendes zu lesen:
Georg Brunnhuber, Baden-Wuerttembergs CDU-Landesgruppenchef im Bundestag, lobte Oettingers Worte als “Meisterpruefung“. Die Wirkung fuer die “christlich-konservative Seele” sei nicht zu unterschaetzen, so der Bundestags-Abgeordnete. “Fuer unsere Anhaengerschaft hat er einen ganz, ganz grossen Schritt getan. Er hat ein Tor aufgestossen.” Dem Zentralrat der Juden legte Brunnhuber nahe, sich vorsichtiger ueber Oettinger zu aeussern: “Ueberbordende Kritik des Zentralrats fuehrt eher dazu, dass die Leute sagen, Oettinger hat Recht.”
Filbinger, der noch nach der Kapitulation Todesstrafen gegen sogenannte “Deserteure” ausgesprochen hatte, schrieb 1935, in dem Jahr als die Rassegesetze gegen die deutschen Juden verkuendet wurden, in einem Aufsatz ueber das Strafrecht: Erst der “Nationalsozialismus schuf die geistigen Voraussetzungen fuer einen wirksamen Neubau des deutschen Rechts”. Die Volksgemeinschaft sei Blutsgemeinschaft und muesse “rein erhalten und die rassisch wertvollen Bestandteile des deutschen Volkes planvoll vorwaerts entwickelt werden”.
Diese Person nannte Oettinger in seiner Rede einen NS-Gegner und beleidigte damit alle Menschen, die ihr Leben aufs Spiel setzten oder verloren, weil sie den grossen Mut hatten, sich tatsaechlich gegen die Nazis zu stellen. Den Vogel schiesst dann Schuetzenkoenig Georg Brunnhuber ab, der sich darueber freut, dass Oettinger damit ein Tor aufgestossen hat und der den Zentralrat der Juden warnt, keine “ueberbordende Kritik” zu ueben, weil das die Deutschen nur dazu fuehre, die gegenteilige Meinung anzunehmen. Da wird den Juden mal wieder klar gemacht, dass sie den Antisemitismus selbst zu verantworten haben, wenn sie immer so unschuldige deutsche NS-Gegner wie Filbinger kritisieren.