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Filed under: Politik, Meinung — Mathias at 4:11 pm (CET) on Thursday, February 15, 2007

chrysler.jpgDie deutschen Medien freuen sich so sehr ueber den angekuendigten Stellenabbau von DaimlerChrysler in den USA, dass es kaum noch auszuhalten ist. Selbst der Betriebsrat (!) in Stuttgart und die Gewerkschaften (!) befuerworten die Entlassungen von 13.000 Menschen und den moeglichen Verkauf von Chrysler an ein anderes Unternehmen (was meist auch mit dem Abbau von Stellen einhergeht, Stichwort “Synergieeffekt”). Jetzt bin ich nicht jemand, der generell gegen Stellenabbau ist. Im Gegenteil. Wenn man die Situationen, in denen schwaechelnde Konzerne wie Chrysler stecken, rational und mit einer gewissen Distanz beurteilt, dann muss man meist zu dem Schluss kommen, dass es keine Alternative zu dem Opfer eines massiven Stellenabbaus gibt. Und was fuer die dann erstmal Arbeitslosen einen tragischen Einschnitt in ihrem Leben zur Folge hat, fuehrt den Konzern oftmals zurueck in die schwarzen Zahlen und rettet letztendlich die uebrig gebliebenen Arbeitsplaetze langfristig.

Dennoch moechte ich darauf hinweisen und allen “sozial Gerechten” doch diese groteske Situation vor Augen fuehren. Denn was diese euphorische Freude ueber Stellenabbau in einem anderen Land zeigt, von Insitutionen, die sich sonst kategorisch gegen Stellenabbau aussprechen, solange er in Deutschland stattfindet, ist doch eindeutig. Diese Gruppen sind keine guten, sozialen “Bollwerke gegen den Neo-Liberalismus”, die nur das Beste fuer “die Menschen” moechten, sondern knallharte Interessenvertreter, die sich einen Dreck um Menschen scheren, von denen sie keine monatlichen Beitragzahlungen erhalten. Und das ist ja auch deren Sinn und gut so. Nur sollte man das als Aussenstehender nicht vergessen, wenn man sich bei der naechsten TV-Talkshow fragt, wessen Position man im Grunde sympathischer findet. Die Gewerkschaften (be)nutzen fast immer die Argumentation der “guten Retter vor der Armut” gegen “die boesen Unternehmer, die nur auf Profit aus sind” und streuen so den Menschen Sand in die Augen. Dabei sind sie auch nur ein “Unternehmen”, mit monetaeren und machtpolitischen Interessen. Und das sollte man wirklich nie vergessen.

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