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Doktortitel

Filed under: Studium — Mathias at 6:19 am (CET) on Sunday, March 16, 2008

Dieser Artikel im Spiegel zeigt zum einen, dass noch viel zu tun ist, um die deutschen Universitaeten von den buerokratischen Auswuechsen alter Tage zu befreien, aber zum anderen, dass es heute auch den Willen dazu gibt wie nie zuvor. Noch vor 5 Jahren haette dieses Problem zu ewigen Diskussionen und Beschwerden deutscher Doktoren gefuehrt, da bin ich mir sicher. Das Habilitationswesen ist hoffentlich als naechstes dran…

Folgender Beschluss wurde also letzen Donnerstag auf der Kultusminsiterkonferenz erlassen:

Inhaber des Doktorgrades “Doctor of Philosophy” — Abk.: “Ph.D ” von Universitaeten der sog. Carnegie-Liste der Vereinigten Staaten von Amerika koennen anstelle der im Herkunftsland zugelassenen oder nachweislich allgemein ueblichen Abkuerzung die Abkuerzung “Dr.” jeweils ohne fachlichen Zusatz und Herkunftsbezeichnung fuehren.

4 Comments »

Comment by raccoon

March 18, 2008 @ 5:45 pm

Schwieriges Thema… mit dem Titel-Wirrwarr kommt es ja immer wieder zu Unklarheiten. Das letzte Beispiel, das mir dazu einfällt, ist der Doktor- oder Professorentitel von “Gunter von Hagens” (Körperwelten), dem das Führen des in China (?) erworbenen Titels in Deutschland verboten wurde.

Bei uns am Arbeitsplatz geht’s insbesondere bei Veranstaltungsplanung, wenn Dossiers oder Namensschilder für Hochschulvertreter erstellt werden müssen, auch immer um den Doktortitel, der in Frankreich unüblich ist und nicht im Namen geführt wird (”Monsieur le Professeur” Niepert z. B. ;) ). Daher gilt bei uns die Regel “Wer Professor ist, hat auch immer einen Doktortitel, während ein Doktortitel nicht automatisch auf einen Professortitel hinweist.” - wobei ich diese Auslegung nach Deinem Spiegel-Artikel in Frage stellen würde…

Was es mit dieser Carnegie-Liste auf sich hat, konnte ich nicht so ganz herausfinden (die FAQ sind doch recht umfassend). Sollen dadurch sowas wie akkreditierte Abschlüsse von inoffiziellen Abschlüssen desselben Titels unterschieden werden können?

Gestern Abend kam bei WiSo ein Beitrag, bei dem ein Dr. Steve Nugent, Geschäftsführer des US-Unternehmens Mannatech, durch ein angebliches Zucker-Heilmittel (Ambrotose) gegen Multiple-Sklerose und Krebs von sich reden gemacht hat. In diesem Zusammenhang wurde auch ein KMK-Mitglied nach dem Hintergrund des am “Clayton College of Natural Health” vergebenen Doktortitels gefragt, das dazu meinte, es handele sich um eine der bekannten “degree mills”, die gegen Bares Doktortitel verhökern.

Rückblick: WISO vom 17.03.2008
http://wiso.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0,1872,1001625,00.html?dr=1

5-Min.-Video “WiSo ermittelt: heilendes Zuckerwasser?”
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/454824?inPopup=true

Eigentlich will/sollte der Gesetzgeber durch derlei Maßnahmen die ehrlichen Titelträger schützen, zu deren Nutzen die Regelungen letztlich sein sollten. Dass man dabei nicht alle Fälle über einen Kamm schären kann und mitunter Nebenwirkungen auftreten, die nicht im Sinne des Erfinders waren/sind, zeigt der Spiegel-Artikel. Schön, dass die KMK doch relativ schnell reagiert hat.

Comment by Mathias

March 18, 2008 @ 9:33 pm

Kein Doktortitel schuetzt per se vor Dummheit und/oder Profitgier. Es gibt zahlreiche Beispiele (ich kenne einige hier in den USA), in denen Personen ihren Doktortitel in Werbesendungen fuer fragwuerdige Produkte nutzen, und das obwohl dieser ihnen von einer renommierten Hochschule verliehen wurde. Der Mannschaftsarzt des FC Bayern z.B. vertritt abenteuerliche Gesundheitstheorien und verkauft Produkte unter seinem Namen, die wissenschaftlich absolut keine Grundlage haben. Im Prinzip ist es doch egal. Ich finde jeder soll sich Visitenkarten mit Dr. xyz drucken duerfen, wenn es ihm/ihr denn Spass macht. Die Menschen die einen Titel vortaeuschten taten dies auch trotz der Verbots-Paragraphen und werden es auch weiterhin tun. Leidtragende waren ja meist unschuldige Individuuen, die tatsaechlich einen Titel besassen. Und wenn man sich als Doktor bewirbt (fuer Unis oder serioese Unternehmen), dann wird immer sicher gestellt, dass die Universitaet bekannt ist und es sich nicht um die Stamford University auf den Kaimaninseln handelt. :-)

Comment by PaBe

March 26, 2008 @ 10:59 am

… was fuer Probleme … :-)

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